7 Mythen zur Schafwolldämmung

Du planst einen Hausbau einen Zubau oder eine Sanierung? Wenn dir dabei gesunde Raumluft und naturnahe Materialen wichtig sind, wirst du auch über eine Schafwolldämmung nachdenken.

Mit diesem Beitrag wollen wir dir helfen, Schafwolle als Dämmstoff zu verstehen. Wir räumen auf mit Bedenken und Vorurteilen und teilen mit dir die Erfahrung aus unserer Entwicklung sowie aus zahlreichen Bauprojekten.

Mythos

Schafwolldämmung riecht bzw. stinkt

Wenn du ein Schaffell zu Haus liegen hat, kennst du vielleicht den typischen Eigengeruch des Fells. Doch woher kommt der Geruch?

Bei einem Schaffell kann der Geruch auch durchs Gerben entstehen. Das ist bei der Produktion von Schafwolldämmung kein Verarbeitungsschritt. Der Hauptgrund, für den Geruch der vom Schaffell ausgeht, liegt am Lanolin, dem Wollfett.

Der Geruch entsteht, weil das Wachs im Fell der Schafe dem Einfluss von Sonne und Wetter ausgesetzt ist und dadurch oxidiert.

Factbox: Das Wollfett Lanolin

Schafe produzieren mittels ihrer Hauttalgdrüsen das Wollfett Lanolin. Dieses Fett – auch Wollwachs genannt – legt sich als natürlicher Schutzfilm um die Wollfaser und schützt so das Schaf vor Kälte und Nässe.

Lanolin ist also nichts Schlechtes. Im Gegenteil, das Wachs wird sogar in Kosmetikprodukten genutzt, weil es sehr viele positive Eigenschaften hat. 

Planst du dein Haus zu dämmen und befürchtest nun, dass sich der ‚Tiergeruch‘ in allen Räumen breitmacht? Diese Sorge können wir dir nehmen, denn durch eine gründliche Reinigung ist dieses Problem rasch gelöst:

  1. Zuerst wird die Rohwolle in einem schonenden Waschvorgang unter Verwendung von Kernseife durchgespült.
  2. Dadurch wird die Rohwolle vom Wollfett sowie zellulosischen und organischen Verunreinigungen befreit.
  3. Danach wird die gereinigte Wolle mit Soda durchgespült, um die Seifenreste zu entfernen.

Durch die Spülvorgänge wird die Wolle von eventuell störenden Gerüchen befreit. Zurück bleibt lediglich ein verschwindend kleiner Anteil Lanolin. Den wollen wir gezielt behalten, denn der sorgt dafür, das Elastizität und Sprungkraft der Wollfaser erhalten bleiben. Von der Wolle geht nach der Wäsche aber kein Geruch mehr aus.

Mythos

Schafwolldämmung schimmelt

Bei Schimmel handelt es sich um kleine Pilze, die sich als gelbe oder schwarze Schimmelflecken auch in textilen Fasern festsetzen können. Feuchtigkeit bietet einen guten Nährboden für Schimmel und ermöglicht es den Pilzsporen sich gut auszubreiten.

In Punkto Schimmelbildung zeigt Schafwolle eine ihrer Superkräfte: Sie kann bis zu 33% ihres Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen und bei Trockenheit wieder abgeben.

Das Feuchtigkeitsmanagement der Eiweißfaser funktioniert durch das Zusammenspiel der Außenhülle und des Faserstammes:

  • Die mehrschichtige Außenhülle der Schafwollfaser ist hydrophob, also wasserabstoßend.
  • Diese Außenhülle, auch Cuticula genannt, lässt aber Wasserdampf passieren.
  • Der Wasserdampf gelangt somit in das Innere der Wollfaser, dem Faserstamm.
  • Im Faserstamm kann die Wollfaser circa 1/3 ihres Eigengewichtes aufnehmen, ohne das die Wolle sich nass anfühlt.

Für alle unsere Dämmprodukte bedeutet das, dass die Wolle trotz hoher Aufnahme von Feuchtigkeit ihre Dämmwirkung nicht verliert. Sie nimmt die Feuchtigkeit auf, wenn diese höher ist, und gibt sie wieder ab, um das Raumklima zu optimieren.

Schafwolle ist daher auch ideal für den Einbau bei kritischen Bausituationen, denn die Eiweißfasern der Schafwolle bieten keinen Nährboden für Schimmelpilze.

Regen auf einer Baustelle in Finnland: Oben Schafwolle unten Polypropylene-Dämmung nach dem Regenguss
(© Alppisalvos Oy)

Achtung: Zugemischte Stützfasern oder Stützgitter verändern das Feuchteverhalten der Schafwolldämmung!

Sei gründlich bei der Auswahl des Herstellers, denn leider gibt es auch in unserer Branche schwarze Schafe. Nur der Schafwolldämmhersteller, der 100% reine Schafschurwolle verwendet, ohne jegliches Zusetzen von synthetischen Stützfasern oder Stützgittern (wie sie z.B. in der Plattenherstellung verwendet werden) kann einen uneingeschränkten Schadstoffabbau wie am Beispiel Formaldehyd garantieren.

Auch das Feuchteverhalten verändert sich bei Beimischungen von anderen Fasern. Das Produkt ist bei synthetischen Beimischungen nicht mehr natürlich abbaubar, Deponiekosten sind die Folge.

 

Achte darauf, dir die entsprechenden Zertifikate inklusive der Prüfnummern vorweisen, zu lassen um vor bösen Überraschungen gefeit zu sein.

Hier geht’s übrigens zu unseren Nachweisen →

Mythos

Schafwolle brennt leicht

Konventionelle Dämmstoffe wie Glaswolle oder Steinwolle fallen in die Brandschutzklasse A1 – nicht brennbar. Synthetisches, expandiertes Polystyrol findet sich in der Klasse B. Soweit sind wir mit unserer umweltfreundlichen und gesunden Schafwolle noch nicht.

Nichtsdestotrotz schaffen wir es, durch stetige technische Weiterentwicklung, unsere ISOLENA Dämmstoffe mittlerweile in der Brandschutzklasse C und D zu rangieren und über die europäisch-technische Bauzulassung (ETA) zu verfügen. Folgende Brandeigenschaften hat unsere Schafwolle:

  • Die Selbstentzündungstemperatur von Schafschurwolle liegt bei 560-600°C – etwa doppelt so hoch wie bei Holz (270°C).
  • Schafwolle hat von Natur aus einen hohen Stickstoffgehalt der flammhemmend wirkt.
  • Die Rauchentwicklung ist dabei im Mittelfeld (Rauchentwicklung s2) angesiedelt, es findet keine starke Rauchentwicklung statt.
  • Bei Entzündung schmilzt die Dämmung von einer eventuellen Hitzequelle weg, ohne abzutropfen (Abtropfverhalten d0).

Somit ist Schafwolle ein geeigneter Dämmstoff für eine Vielzahl von Bauprojekten und hat im Brandfall ein durchaus akzeptables Brandverhalten. Unsere vielen Referenzen sprechen für sich.

Mythos

Schafwolldämmung verrottet

Die Schafwolle hat sich über Jahrtausende an die widrigsten Bedingungen angepasst und so weitreichende Resistenzen entwickelt.

Das heißt mit anderen Worten, Schafwolle „funktioniert" dauerhaft unter allen möglichen Bedingungen. Beim richtigen Einbau einer Schafwolldämmung musst du keine Angst haben, dass die Dämmung verrottet, was überwiegend daran liegt, dass die Wollfaser Feuchtigkeit bindet.

Ganz falsch ist die Aussage über das Verrotten aber nicht: Denn Schafwolle kann sehr wohl zu 100% in einen ökologischen Kreislauf rückgeführt werden. 

Deine Schafwolldämmung kann komplett recycelt werden ohne negative Umwelteinflüsse zu verursachen.

Mythos

In Schafwolle nisten Mäuse und Insekten

Mäuse, Ameisen und andere Ungeziefer

Mäuse, Ameisen und andere Ungeziefer sind für die Schafwolle aus mehreren Gründen keine Gefahr. Die Wolle besteht aus Keratin und ist für diese Tiere unverdaulich. Im Gegensatz zu Cellulose- oder Pflanzenfasern, die aus Stärkefasern bestehen, kann Schafwolle von den Mägen dieser Tiere nicht verarbeitet werden.

Außerdem ist die Faseranordnung in unseren Dämmstoffen so, dass für diese Tiere die Gefahr besteht darin hängen zu bleiben, sie werden den Dämmstoff also meiden.

Motten und Teppichkäfer

Wenn es um Motten und Teppichkäfer geht, muss eine gute Schafwolldämmung aber sehr wohl über einen funktionierenden Wollschutz verfügen, um diesen Tierchen standzuhalten.

Wir sind sehr stolz darauf, dass wir der einzige Anbieter sind, der einen innovativen BIOZIDFREIEN Wollschutz entwickelt hat. Unser IONIC PROTECT® Wollschutz basiert auf einem Plasmaverfahren, ist dauerhaft und irreversibel. Der Wollschutz ist nach EAD und CUAP geprüft.

Mythos

Schafwolldämmstoff ist teuer

Betrachtet man Dämmstoffe im direkten Preisvergleich, so ist Schafwolldämmung teurer, als konventioneller oder synthetischer Dämmstoff.

Betrachtet man aber den gesamten Lebenszyklus und etwaige Nebeneffekte, so relativiert sich der Preis der Schafwolldämmung wieder:

  1. Dank der überragenden Qualität des Naturproduktes Schafwolle rechnet sich die Investition bereits nach sehr kurzer Zeit durch den hervorragenden Dämmwert.
  2. Bei anderen Dämmstoffen fallen unter Umständen bei Umbau- und Renovierungsarbeiten zusätzlich noch hohe Entsorgungskosten an, die bei der Kalkulation oft nicht berücksichtigt werden – ein Posten der bei der Schafwolldämmung wegfällt.
  3. Wer billig kauft, kauft teuer – Eine Redewendung, die leider auch beim Hausbau immer wieder ins Schwarze trifft. Immer wieder lernen Bauherren unseren Dämmstoff leider erst in einem zweiten Schritt kennen: Wenn zum Beispiel gleich nach dem Neubau saniert werden muss, weil die Formaldehydwerte in den Himmel schießen und dann aufwendig nachgebessert werden muss.

Eine höhere Anfangsinvestition ist eine Investition in die Zukunft und vor allem in deine Gesundheit und die deiner Familie. Zudem gibt es je nach (Bundes-)Land zahlreiche Förderprogramme, mit denen Häuselbauern unter die Arme gegriffen wird.

Mythos

Schafwolldämmung fällt zusammen

Durch die Vernadelung und Verfilzung unserer nachhaltigen Schafwolle erhalten unsere Dämmstoffe genug Stabilität, um – fachgerechter Einbau vorausgesetzt – vor Setzung sicher zu sein.

Vor dem Vernadeln werden die gesäuberten und entfetteten Wollfasern in Form gebracht, wir nennen das Kardieren. Diese kardierte Wolle wird dann mit Filznadeln bearbeitet, sodass sich durch das wiederholte Einstechen die Fasern der Wolle miteinander verhaken und so ein stabiler Wollfilz entsteht.

Insbesondere unsere Schafwolldämmung “Premium” mit durchgehender Vernadelung zeichnet sich in Punkto Stabilität und Standfestigkeit aus.

Mythos

Fazit

Durch die industrielle Massenproduktion billiger, synthetischer Materialien ist eine Schafwolldämmung zwar im Vergleich teurer, punktet aber durch viele positive Eigenschaften, bei denen die synthetische Konkurrenz nicht mithalten kann.

Zudem ist Dämmung aus Schafwolle einfach handhabbar und kann leicht eingebaut werden, ohne Sicherheitsmaßnahmen wie Schutzbrille oder Staubmaske!

Würde man heute einen Stoff wie Schafwolle neu erfinden, ginge er als Sensation durch die Schlagzeilen, dank der vielen positiven Eigenschaften dieses Naturproduktes.